Richtig verstandene Nachhaltigkeit

© Fastenopfer / Brot für alle

Am Weltgipfel Rio+20 im Juni 2012 sollen Wege für ein neues nachhaltiges Zusammenleben gesucht werden. Neben ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten müssen dabei auch die sozialen Fragen – und damit die zentrale Rolle von Frauen für die Gesellschaft – berücksichtigt werden.

Die Nachhaltigkeit ist zu einem wichtigen Begriff in der politischen Diskussion geworden. Im Alltag werden ökologische, ökonomische und soziale Aspekte nach wie vor zu wenig berücksichtigt. Angesichts der Finanz-, Nahrungsmittel- und Klimakrise soll nun in Rio+20 ein neues, ökologisches Wirtschaften, die „Green Economy, gefördert werden, das auch die Interessen der Armen berücksichtigt.

Dabei ist es wichtig, auf die spezifische Situation von Frauen aufmerksam zu machen und von deren Erfahrungen zu lernen, da ihr Haushalten in der Regel die Bedürfnisse aller Generationen ernst nimmt. Ein Engagement, das nicht nur für das Familienleben, sondern auch wirtschaftlich und für das nationalstaatliche und globale Zusammenleben zentral ist.

Wem nützt die Green Economy?

Für das Konzept der Green Economy und dessen Umsetzung ist zentral, dass es für beide Geschlechter gleichermassen nutzbar ist. Die Green Economy und die vor allem durch Frauen betriebene Care Economy (Kinder betreuen, Kranke und Alte pflegen, kochen, reinigen) müssen dabei in Bezug zueinander gesetzt werden.

Denn es müssen nicht nur «grüne Jobs» geschaffen werden, um eine Umweltkrise abzuwenden, sondern auch Stellen im Dienstleistungsbereich, damit es – aufgrund zunehmender öffentlicher Sparbemühungen – nicht auch noch zu einer Krise bei der Versorgung von Kindern, behinderten und betagten Menschen kommt.

"A Voice in Rio"

Mit der Aktion „A Voice in Rio“ möchten wir Frauen eine Stimme geben, die sich für  nachhaltiges und soziales Wirtschaften einsetzen. Eine Vertreterin des Gewinnerprojekts werden wir ermöglichen, am Parallelgipfel von Rio +20 teilzunehmen. Dabei wollen wir auch der Schweizer Verhandlungsdelegation in Erinnerung rufen, dass richtig verstandene Nachhaltigkeit ökologische, ökonomische und soziale Aspekte gleichermassen berücksichtigt und die Genderaspekte gebührend respektiert.

Nur so können die Rechte und Bedürfnisse aller Menschen heute und in Zukunft gewährleistet werden.

Rio+20

Infos zu Rio+20 auf den Websites von alliance sud> und Fastenopfer>

Was heisst Nachhaltigkeit?

"Nachhaltige Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können."
Definition von Nachhaltigkeit, Brundtland-Komission 1987

Nachhaltigkeit basiert auf drei Pfeilern und umfasst sowohl das ökologische, wirtschaftliche und soziale System. Nimmt man Nachhaltigkeit ernst, ergeben sich daraus drastische Änderungserfordernisse in all unseren Lebensbereichen. Nicht nur unsere Konsumgewohnheiten müssen sich ändern, sondern darüber hinaus geht es um einen grundlegenden Bewusstseinswandel, welcher Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nachdrücklich verändern wird.